36 Grad und es wird noch heißer…

1. Inklusionstag und 2 glückliche Shopping-Girls

Modenschau Katrin Bendick

…es waren gefühlte 50 Grad beim 1.Inklusionsfest auf dem Neustädtischen Markt in der Stadt Brandenburg. Die Tropenhitze hatte auch die Havelstadt am vergangenen Sonntag, 5. Juli 2015 fest im Griff. Und trotzdem waren sich die Veranstalter einig, das Fest steigt.
Die Stadt Brandenburg an der Havel, der Brandenburger Gewerbeverein, die STG Stadtmarketing und Tourismusgesellschaft Brandenburg an der Havel mbH und der Verein Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e.V. organsierten erstmals und gemeinschaftlich ein „2-in-1-Fest“- am verkaufsoffenen Sonntag. Die Wahl zum Shopping-Girl und das 1. Inklusionsfest.

Um Punkt 13 Uhr eröffneten Thomas Krüger (Geschäftsführer der STG) und das Moderatorentrio Marco Lessentin, Jörg Hübener und Cindy Schönknecht von der Lebenshilfe das bunte Fest.
Eines gleich vorweg: Es war das wohl heißeste Fest des Jahres mit tollen Kandidatinnen, toller Musik, toller Stimmung und ganz, ganz viel Wasser.

Unter dem Motto „Inklusion macht jeden Menschen zu einem gleichberechtigten Teil der Gesellschaft“ stand an diesem Tag nicht nur Mode im Vordergrund.
Inklusion ist Vielfalt und diese Vielfalt spiegelt sich in allen Lebensbereichen wieder. Wie ist es also um die Teilhabe für Menschen mit Behinderung in der Stadt Brandenburg bestellt? Zu diesem Thema fand bereits zum 2. Mal eine öffentliche Podiumsdiskussion statt. Schwerpunkt war dabei die aktuelle Erarbeitung des lokalen Teilhabeplanes für die Stadt Brandenburg an der Havel. Vertreter aus den jeweiligen Arbeitsgruppen (AGs)standen den Moderatoren und der Öffentlichkeit Rede und Antwort. Sie berichteten unter anderem über die Arbeit in den jeweiligen Arbeitsgruppen und über ihre Erfahrungen. Im Ergebnis stellten alle fest, Inklusion bedarf einer konkreten Kommunikation aller Beteiligten untereinander, kostet Geld und ist nicht von heute auf morgen umsetzbar.
„Es gibt immer noch zu viele Barrieren in den Köpfen der Menschen, in Gesetzen und in der Öffentlichkeit, Inklusion ist ein sehr langer Weg und harte Arbeit für alle.“ betonte Dr. Wolfgang Erlebach, Sozialbeigeordneter der Stadt Brandenburg und Vorsitzender der Steuerungsgruppe des lokalen Teilhabeplanes.
Zu den weiteren Gästen in der Runde zählten für die AG Bildung Christina Behrendt, Schulleiterin der Havelschule, Katrin Tietz, städtische Beauftragte für Menschen mit Behinderung und Mitglied in der Steuerungsgruppe, Karin Kuntke, Vorsitzende des Behindertenbeirates der Stadt Brandenburg, Thomas Krüger (AG Kultur und Tourismus), Werner Jumpertz, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Brandenburg (AG Barrierefreiheit-Wohnen-Mobilität) und Matthias Pietschmann, Stadtverordneter, Ausschussvorsitzender für Soziales, Gesundheit und Senioren sowie stellvertretender Vorsitzender der Steuerungsgruppe.
Alle sind sich einig: Inklusion geht uns alle an, denn wie schnell kann es einen selbst treffen.
Ob durch Autounfall, oder schwerer Erkrankung. Von heute auf morgen ist das Leben auf einmal komplett anders. So berichteten 2 Betroffene in der Gesprächsrunde des Städtischen Klinikums Brandenburg sehr offen über ihre Kehlkopf- und Darmkrebserkrankung und wie sie ihr Leben mit der erworbenen Beeinträchtigung meistern.
„Es ist sehr wichtig, dass in der Gesellschaft offen über Tabu-Themen wie Darmkrebs gesprochen wird und dabei auch Betroffene selbst zu Wort kommen. Sie machen damit auch anderen Betroffenen Mut.“, sagte ein zufriedener Lutz Pelchen, Pflegedirektor des Städtischen Klinikums Brandenburg nach der Gesprächsrunde.
Fröhlich bunt und heiß ging es weiter mit der Modenschau der Brandenburgerin Modedesignerin Katrin Bendick. Nach dem beeindruckenden Auftritt ihrer Models beim Europäischen Protesttag am 5. Mai dieses Jahres folgte am Sonntag nun die zweite Laufstegrunde.
Die Models mit und ohne Behinderung hatten trotz Hitze sichtlich viel Spaß beim Präsentieren der maßgeschneiderten Kleider, Hosen und Blusen. Musikalisch begleitet wurden sie von der Brandenburger Band Trio S. Die Band gab auch während der gesamten Veranstaltung den guten Ton an.

Die Qual der Wahl an diesem brütend heißen Tag hatten vor allem die Kandidatinnen bei der Suche nach dem passenden Shopping-Girl-Outfit. Zu den Themen: Grillfest, Cocktailparty oder Strand mussten sie sich innerhalb von 2 Stunden ein überzeugendes Outfit zusammenstellen. Jede Kandidatin durfte dafür 250 Euro „verbraten“. Die Jury, die letztendlich entschied, welche der 4 Kandidatinnen den Titel Shopping-Girl-2015 tragen darf, kam bei der Punktevergabe und Prämierung ordentlich ins Schwitzen. 2 Kandidatinnen konnten die Höchstpunktzahl von 93 Zählern auf sich vereinen. Die 25 jährige Elisa Eckenstaler (Studentin aus Brandenburg an der Havel) und Nicole Pietschmann, 35 Jahre, Mitarbeiterin der Lebenshilfe-Werkstatt freuten sich riesig über den Titel. Beide können sich auf ein tolles Fotoshooting mit der Brandenburger Fotografin Kati Krüger freuen. Obendrauf gibt es für jede Gewinnerin “City Schexs“ im Wert von 100 Euro zum Einkauf in der Brandenburger Innenstadt.
Weitere Höhepunkte der Veranstaltung waren der Auftritt der Tanzgruppe der Lebenshilfe Werkstatt „Das fantastische Dutzend“, das Kinderschminken und Zöpfe flechten am Stand der Lebenshelfer, die Hüpfburg für unsere Kleinsten, der Rollstuhlparcours von den Brandenburger Gesundheitshäusern Brandvital und Morscheck sowie die Malstation der Wredowschen Zeichenschule. Ganz Mutige fanden auch den Weg zum DRK-Blutspende-Bus. Nicht zu vergessen die Präsentation vieler Brandenburger Vereine, Verbände und Selbsthilfegruppen sowie Gewerbetreibende und des Städtischen Klinikums.
Nicht nur Matthias Pietschmann und Dirk Michler, beide Vorstände der Lebenshilfe sondern auch Katrin Tietz, Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Stadt Brandenburg an der Havel waren erstaunt über die vielen Besucher, die trotz 38 Grad den Weg zum Inklusionsfest fanden. Alle drei waren sehr erfreut, dass so viele Akteure an diesem Tag vor Ort waren und mit guter Laune der Hitze standgehalten haben.
Dank der Organisation der Brandenburger Citymanagerin Christin Helwich und vieler Partner konnte dieser gemeinsame Aktionstag auf die Beine gestellt werden.
Ein ganz besonderer Dank geht auch an das Gebärdendolmetscher-Ehepaar Mitschke für die Übersetzung.

Fazit: Das 1. Inklusionsfest war ein voller Erfolg, es war Megaheiß- wir freuen uns auf das Nächste.

Cindy Schönknecht

Fotos von der Veranstaltung finden Sie hier.

 
 
 
 
 
 

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