Stadt für eine Nacht

Inklusion für das ganze Leben

Stadt für eine Nacht

Potsdam zählt derzeit etwa 161.000 Einwohner. Menschen, die jeden Tag gemeinsam aufwachen, mit Bus und Bahn zu ihren Arbeitsstellen fahren, ihre Kinder großziehen, in ihrer Freizeit die Stadt mit umliegender Landschaft genießen, kurz: ihren Alltag nebeneinander bestreiten.
Doch am Wochenende vom 12. und 13. Juli hatten alle eins gemeinsam: die Schiffbauergasse lud ein zum großen Kulturfest „Stadt für eine Nacht“.


WG in Großformat


Von Samstag 14 Uhr bis Sonntag 14 Uhr zeichnete sich vom Waschhaus bis zum Hans-Otto-Theater ein Querschnitt des Stadtlebens ab. Vereine, Organisationen, Einzelkünstler, Tanz-, Musik- und Schauspielgruppen boten ein umfangreiches Programm an Vorführungen und Ausstellungen zum Genießen und sogar zum Mitmachen. Rund um die Hauptbühne waren kleine provisorische „Wohnhäuser“ aus Holz und Plastikplanen aufgebaut, wo sich verschiedene Einrichtungen Potsdams für 24h ein Zuhause einrichten konnten um die Stadt im Kleinen darzustellen. Wir waren natürlich mittendrin.


Teamarbeit im Vorfeld


Am Freitagnachmittag begannen für uns Mitarbeiter schon aufregende Vorbereitungs- und Aufbauarbeiten. Luftballons mussten aufgepustet, Bilder aufgehängt, Stromkabel gelegt, Lampen montiert und allerlei Dinge an Ort und Stelle platziert werden. Der gute Wettergott Petrus war weniger fleißig in der Vorbereitung, denn er ließ erst am Samstagvormittag in Form eines heftigen Regengusses alles noch mal blitzblank waschen, was gerade schon seinen Platz im Freien gefunden hatte. Anstatt uns zu ärgern, reagierten wir schnell, retteten uns ins Trockene unseres „Häuschens“. Wir waren dankbar, dass er sich wenigstens den Schleudergang gespart hat. Pünktlich um 14 Uhr war alles fertig und mit einem großen Luftballonschwarm, den die Teilnehmer gemeinsam fliegen ließen, öffneten sich die „Stadttore“ und das Fest begann.


Was ist Inklusion?

Die Lebenshilfe präsentierte sich mit dem Thema Inklusion. „Inklusion? Was ist denn das?“ war die fast von jedem Besucher gestellte Frage. Dabei fand sie die ganze Zeit während der Veranstaltung statt. Eingangs erwähnte 161.000 Menschen leben auf engsten Raum zusammen, aber meistens doch eher nebeneinander als miteinander. Bei der „Stadt für eine Nacht“ trifft sich jedoch jeder mit jedem an einem Ort und alle haben das gleiche Ziel: sich am Wesen der gemeinsamen Heimatstadt zu erfreuen. Jung und Alt, Menschen mit und ohne Behinderung, Groß und Klein feiern zusammen, genießen das Programm und leben das, was sie auch außerhalb dieses einen Wochenendes sind: Eins.


Buntes Miteinander

Für die Lebenshilfe ist es die ideale Atmosphäre für die Botschaft hinter unserer Arbeit: Menschen mit Behinderungen gehören zu diesem „Wir“ dazu und es ist weiterhin eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe diese „anderen“ Mitmenschen zu integrieren, eben einzuschließen. Um Inklusion zu verbildlichen haben wir Dank Unterstützung von der Galerie Peter Kurgan, der Firma Art Efx und Oskar. Das Begegnungszentrum ein kleines Atelier unter freiem Himmel aufgebaut. Neben allerlei Farben, Pinseln und Staffeleien standen Dank der Potsdamer Firma Art Efx auch Farbsprühdosen zur Verfügung mit denen sich JEDER auf den bereitstehenden Leinwänden und den Wänden unseres Hauses künstlerisch verausgaben durfte. So wie sich die Farben und die Bildelemente von Stunde zu Stunde zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk entwickelten, stellen wir uns Inklusion von Behinderten in der Gesellschaft vor. Wie jede Farbe ist jeder Mensch einzigartig und in seiner individuellen Schönheit und Gestalt ein Teil des großen Ganzen. Am Sonntag um 14 Uhr fielen die Pinsel aus den Händen und unser „Haus“ strahlte in wunderschöner Farbenvielfalt in der Sonne. Mit den letzten noch verfügbaren Kräften nach dem langen Wochenende packten wir unsere 7 Sachen wieder zusammen. Völlig erschöpft, aber auch überglücklich, zufrieden und stolz ging jeder seinen Weg in Richtung wohlverdienten Schlaf.


Es war eine sehr erfolgreiche Veranstaltung; Wir als Lebenshilfe-Mitglieder und Freunde haben Präsenz gezeigt. Wir hoffen, dass das Einheitsgefühl, was an diesem Wochenende entstand, nicht so schnell wieder vergessen wird. Wenn doch, haben wir die Stimmung auf unseren Leinwänden festgehalten: Kunterbunt, individuell und wunderschön sind wir alle Eins; mit und ohne Behinderungen.

An dieser Stelle ein auch großes Lob an den Veranstalter SFEN 2014 für dieses professionelle und sehr gelungene Mammutprojekt sowie ein herzlicher Dank an das gesamte Helferteam: Lars Frenzel und Bernd, Sven Dobberitz, Ulf Meier, Inga Keitsch; Martina Gonzalez Martinez, Sabrina Kubatz, Normen Rauhöft, Tobias Kurtz.

Désirée Stenzel
Ehrenamtlerin


Bilder von dieser Veranstaltung finden Sie hier.

 
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