Inklusionstage 2026: Ausbildung und Arbeit für Menschen mit Behinderung im Blick
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales richtete am 6. und 7. Juli 2026 in Berlin die Inklusionstage aus. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie inklusive Ausbildung und der Übergang in den Arbeitsmarkt gelingen können.
Aus 120 Bewerbungen wurden drei Projekte mit dem Teilhabepreis ausgezeichnet: die Rheinkompanie mit einer Profi-Schauspielausbildung für Menschen mit Beeinträchtigung, inKlub e.V. mit Unterstützungsangeboten für Existenzgründer*innen sowie die eva Kinderbetreuung Stuttgart mit einem Ausbildungsweg zur Kita-Assistenz für Menschen mit Beeinträchtigung.
In einer politischen Diskussionsrunde kamen Vertreter*innen verschiedener Bundestagsfraktionen zu Wort. Diskutiert wurden unter anderem flexible Ausbildungsformate, die Weiterentwicklung von Werkstätten und ihrer Beschäftigten, Wege in den allgemeinen Arbeitsmarkt sowie die Rolle von Beratung und Begleitung – für Unternehmen wie für Menschen mit Beeinträchtigung gleichermaßen. Einigkeit bestand darin, dass strukturelle Veränderungen notwendig sind – über den genauen Weg gingen die Meinungen auseinander.
Im zweiten Teil der Inklusionstage kamen Menschen mit Beeinträchtigung mit ihren Berufsbiografien ebenso zu Wort wie Unternehmen mit gelungenen Praxisbeispielen – abgerundet durch ein Abschlusspodium zu rechtlichen Rahmenbedingungen und Förderinstrumenten.
Die Veranstaltung macht deutlich: Das Thema ist komplex, die Positionen sind vielfältig – und die Debatte ist längst nicht abgeschlossen. Wir verfolgen sie aufmerksam.
Wie Brücken zwischen verschiedenen Formen der Teilhabe am Arbeitsleben in der Praxis aussehen können, zeigt die Initiative Schichtwechsel: Einmal jährlich tauschen Beschäftigte aus Werkstätten und Mitarbeitende aus Unternehmen ihre Arbeitsplätze – oder besuchen sich gegenseitig. So entstehen echte Begegnungen und ein realistisches Bild davon, was in Werkstätten geleistet wird. Auch unsere Werkstatt der Lebenshilfe Brandenburg - Potsdam beteiligt sich an diesem Format – weil wir überzeugt sind, dass Begegnung die Grundlage für echtes Verständnis und gelebte Teilhabe ist.